Tag -Ganzheitlich

Kampfansage Münsteraner Memorandum?

Bewegte Gemüter durch das Münsteraner Memorandum

Auf welcher Seite möchten Sie stehen?

Das am 21.08.2017 vom “Münsteraner Kreis” veröffentlichte “Münsteraner Memorandum” wirbelt viel Staub auf.

Alle wichtigen Medien scheinen die Chance zu nutzen, die Botschaft weiterzutragen, wie gefährlich “Komplementäre und Alternative Medizin” sei.

Die Aussagen dieses Kreises, der sich aus Schulmedizinern zusammensetzt, sind eindeutig:

Während die wissenschaftsorientierte Medizin, wie oben skizziert, in ihren Diagnose-, Therapie- und Präventionskonzepten grundsätzlich rational überprüfbar sein will und ihre kontinuierliche wissenschaftliche Weiterentwicklung und Verbesserung anstrebt, d.h. fortschrittsfähig ist, bewegt sich das Heilpraktikerwesen überwiegend in einer Parallelwelt mit eigenen, meist dogmatisch tradierten Krankheits- und Heilkonzepten. Je nach Lehre enthalten diese mehr oder weniger wissenschaftlich unbegründete oder unhaltbare Elemente: Vielfach handelt es sich dabei um Glaubensüberzeugungen, von denen viele wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen oder durch die moderne Medizin empirisch widerlegt sind.

Die Schlussfolgerung aus diesen Axiomen ist:

Heilpraktiker sollen abgeschafft werden!

Der Text erregt in Heilpraktiker-Kreisen viel Unmut und leider fangen viele an “zurückzuschießen”, also mit vergleichbar einseitigen Vorwürfen zu antworten.

Ja, natürlich, auch mir fällt es schwer ruhig zu bleiben und die Vorwürfe nicht in der Luft zu zerreißen. Doch bin ich mir dessen bewusst: dieses re-aktionäre Verhalten entspringt meiner Konditionierung und steht einer konstruktiven Konsensfindung entgegen.

“Erst ignorierten sie uns. Dann verlachten sie uns. Dann bekämpften sie uns. Und dann waren sie immer schon dafür…”

Ich bin überzeugt, dass die verstärkte Energie, die zurzeit in den Medien darauf verwendet wird, das Ansehen der Heilpraktiker zu schmälern, ein gutes Zeichen dafür ist, dass wir kurz vor dem Durchbruch zu Anerkennung, Akzeptanz und Respekt stehen!

Wichtig ist nur, dass wir uns jetzt nicht selbst diskreditieren, sondern offen für einen fairen Dialog bleiben!

Sonst verschwenden wir unsere Energie in einem aussichtslosen Kampf – statt die Energie, die uns entgegen geschleudert wird, zu nutzen und das Beste daraus zu machen.

Wenn Fronten verhärtet sind, kann es keinen Frieden geben. Der kann nur entstehen, wenn beide Seiten sich auf eine Dritte Alternative einigen können.

Deshalb bitte ich alle Kollegen, die sich vom Münsteraner Memorandum getroffen fühlen:

  • Lassen Sie sich nicht zu polemischen Äußerungen hinreißen.
  • Machen Sie es sich zur Gewohnheit, die Kommentarfunktion unter entsprechenden Online-Artikeln zu nutzen. Schildern Sie darin ganz objektiv Ihre Erfahrungen mit ganzheitlichen Heilmethoden. Wenn möglich aus Patientensicht. (Wenn 40.000 Heilpraktiker Kommentare unter Artikel setzen, können die Kommentare der schulmedizinisch überzeugten Basher nicht mehr ins Gewicht fallen…)
  • Lassen Sie uns zusammenhalten und gemeinsam einen Weg finden, wie wir wieder ein öffentlichkeitswirksames Sprachrohr für unseren Berufsstand finden. (Wenn Sie Ideen dazu haben, mailen Sie sie mir bitte.)

Warum das Münsteraner Memorandum eine Chance für uns ist

Selten war unser Berufsstand so erschüttert. Selten haben wir untereinander so viel Solidarität erlebt. Sogar der ewig-währende Zwist zwischen Einzelmittel-Homöopathen und Komplex-Homöopathen verblasst angesichts dieser Situation…

Endlich ist es an der Zeit, dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren:

Auf unser gemeinsames Anliegen, den Menschen auf möglichst sanfte Weise zu mehr Gesundheit zu verhelfen und möglichen Schaden von ihnen abzuhalten.

Die Gesundheit unserer Patienten soll oberstes Gebot unseres Handelns sein.

 

Mein Aufruf:

Ich bitte alle

  • Heilpraktiker,
  • Fachärzte für Naturheilkunde,
  • Patienten,
  • Politiker,
  • Experten der Gewaltfreien Kommunikation,
  • Autoren,
  • Redakteure,
  • PR-Fachleute,
  • Social-Media-Experten und
  • Influencer,

denen die legale Ausübung der ganzheitlichen Heilmethoden (KAM, Komplementär- und Alternativmedizin) am Herzen liegt, sich bei mir zu melden. Ich möchte ein Netzwerk bilden und koordinieren zum Wohle Aller.

Wenn Sie sich in dieser Aufzählung nicht wiedergefunden haben, aber Sie kennen jemanden, auf den sie passt, dann schicken Sie ihm bitte den Link auf diese Seite. Vielen Dank!

Übrigens:

Rechtsanwalt Dr. René Sasse, spezialisiert auf Heilpraktikerrecht, hat im Auftrag des Berufs- und Fachverbands Freie Heilpraktiker e.V. ein Kurzgutachten über die aktuelle Lage des Heilpraktikerrechts erstellt.

Es wäre wünschenswert, wenn jeder Autor, der einen Artikel über Heilpraktiker schreiben will (positiv oder negativ), sich diese rechtlich abgesicherten Tatsachen vorher aneignen würde…

Auswirkungen fehlender Ganzheitlichkeit

Ganzheitlichkeit bedeutet immer ein Gleichgewicht über viele Ebenen.

Einige Menschen bauen Millionen-Unternehmen auf. Sie leben nur für ihr Geschäft. „Plötzlich“ haben sie einen Herzinfarkt.
Da kann jeder erkennen, wie Ursache und Wirkung zusammenhängen.

Sie haben alle Energie in ihre Geisteskraft gesteckt und ihren Körper und ihre Seele vernachlässigt.

Andere Menschen kündigen ihre Stelle. Sie machen sich selbstständig, weil sie spüren, dass sie eine Berufung haben.
Die Berufung, ihre ganz besondere Begabung zur Heilung in den Dienst der Menschen zu stellen.
Sie konzentrieren sich vollkommen auf die Liebe zum Mitmenschen.

Doch vielen davon geht es nach ein paar Jahren finanziell so schlecht, dass sie ihre Praxis wieder aufgeben müssen.
Manchmal wird ihnen dann gesagt, die Menschen seien noch nicht reif für Alternative Heilmethoden.
Oder es gäbe zu viele Heilpraktiker an diesem Ort oder ähnliches.

Dabei gilt auch hier das Prinzip von Ursache und Wirkung.

Wer den Menschen helfen will, muss auch dafür sorgen, dass diese davon erfahren.
Viele müssen sogar erst überzeugt werden, wie sinnvoll es für sie ist, sich alternativ-medizinisch behandeln zu lassen.

Wer dazu nicht bereit ist, hindert die Menschen quasi daran zu ihm zu kommen. Dann braucht er sich nicht wundern, wenn die Praxis leer bleibt.

Der „selbstlose“ Heilpraktiker riskiert seine finanzielle Gesundheit in gleicher Weise wie der „egoistische“ Unternehmer seine körperliche Gesundheit auf‘s Spiel setzt.

Mein Fazit: Aus ganzheitlicher Sicht ist die Beschränkung auf Licht und Liebe bei gleichzeitiger Verneinung des Materiellen genau so unausgewogen wie die Fokussierung auf Profit und Ruhm ohne Anerkennung der menschlichen Bedürfnisse.